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Arbeitsgemeinschaft
Literarischer Gesellschaften
und Gedenkstätten e. V.
Alte Jakobstraße 159/160
10969 Berlin

Telefon
Tel. 030 25932220

E-Mail
alg@alg.de

Vorstandssprecherin
Dr. Ute Pott

Geschäftsführung
Christiane Kussin
Literarische Gesellschaften    

Wer kennt den Pegnesischen Blumenorden? Es handelt sich um die
älteste literarische Gesellschaft. Sie wurde 1644 zur Pflege der deutschen
Sprache und Dichtkunst gegründet. Der  für unsere Ohren exotisch
klingende Name erklärt sich überraschend schnell mit der durch
Nürnberg fließenden Pegnitz, wo der Blumenorden seinen Sitz hat.
Außerdem wählte sich jedes Mitglied nach der Aufnahme eine zu ihm
passende Blume, deren Name Bestandteil seines Ordensnamens wurde.
Dies ist nur eine kleine Geschichte, die darauf verweist, dass es in
literarischen Gesellschaften viel zu entdecken gibt. Zwar reicht keine
andere so weit in die Vergangenheit zurück wie der Blumenorden, aber
auch die bekanntesten Gesellschaften, das Freie Deutsche Hochstift in
Frankfurt am Main (1859), die Shakespeare-Gesellschaft (1864) und die
Goethe-Gesellschaft  in Weimar (1885) oder die Deutsche
Schillergesellschaft in  Marbach (1895), sind mittlerweile nicht nur hoch
angesehene, sondern traditionsreiche und lebendige Einrichtungen. Auch
wenn Lesen eine einsame Tätigkeit ist, so scheint es doch, als würden der
Austausch und die Lust gemeinsam  über das Gelesene zu sprechen oder
das Interesse daran, den Namenspatron in die Öffentlichkeit zu bringen,
an Attrak-tivität nicht verlieren. Über 70.000 Mitglieder haben die litera-
rischen Gesellschaften in Deutschland und im angrenzenden
deutschsprachigen Ausland, und jedes Jahr gründen sich neue literarische
Vereinigungen. Diese Vereine stehen allen literarisch Interessierten offen.  
Sie veranstalten Lesungen, Ausstellungen, Aufführungen, LiteraTouren.
Sie veröffentlichen Jahrbücher und andere Publikationen. Sie sammeln
und forschen zu ihren Namenspatronen oder sie fördern zeitgenössische
Literatur. Es wird in ihnen kein Unterschied gemacht zwischen dem
Wissenschaftler oder dem wahren Liebhaber und Laien, jeder kann
Mitglied werden und seine Wünsche und Vorstellungen einbringen. Von
A wie Arnim bis Z wie Zuckmayer, von Herder bis Bukowski, von Else
Lasker-Schüler bis Karl May, von Kanon bis Subversion – für nahezu jeden
Geschmack ist etwas dabei. Jeder, der Freude am Lesen und an Literatur
hat, ist auf den Veranstaltungen literarischer Gesellschaften herzlich
willkommen.



Literaturmuseen  und
Literarische Gedenkstätten  

Eine Feder, mit der Schiller schrieb, das Haus in dem Goethe geboren
wurde, das  Haus, in dem E.T.A Hoffmann wohnte, für Freunde der
Literatur haben diese Orte und Gegenstände eine besondere Bedeutung.
Viele Literaturmuseen und Dichterstätten im In- und Ausland, die den
Facettenreichtum und die Verschiedenartigkeit ihrer Autoren profund
und erhellend widerspiegeln, lohnen einen Besuch. Die Palette der
Dichterorte reicht vom Theodor-Storm-Haus in Husum in Schleswig-
Holstein bis zum Brecht-Haus in Augsburg; vom Kleist-Museum in
Frankfurt (Oder) bis zum Goethehaus in Frankfurt/Main; vom virtuellen
Erich Kästner-Museum in Dresden bis zum Freundschaftstempel im
Gleimhaus in Halberstadt. Das Mittelalter ist mit dem Nibelungenmuseum
ebenso vertreten wie Gedenkstätten zur Ehrung  von Autoren der
jüngeren deutschen Literaturgeschichte wie Hans Fallada oder Wolfgang
Koeppen. Es gibt über 200 Literaturmuseen und literarische
Gedenkstätten in Deutschland. Dabei sind Museen heute nicht mehr
einfach museale Orte, die Ausstellungsgegenstände präsentieren,
sondern es gehören geführte Dauer- und Sonderausstellungen, Literatur-
und Lesefeste, Konzerte und literarische Vorträge gleichermaßen zum
Repertoire der Einrichtungen wie Veranstaltungen für Kinder aller
Altersgruppen. Literaturmuseen und literarische Gedenkstätten sind
natürlich auch für den Tourismus entdeckt worden. Viele Reiseführer
bieten kurze Ein- und Überblicke, und so kann sich jeder Reisende seinen
eigenen Weg auf den Spuren seiner Lieblingsautoren zusammenstellen.
Ob das in Thüringen die Lebensorte von  Schiller, Goethe, Wieland und
Nietzsche betrifft, oder in Baden-Württemberg Justinus Kerner oder
Mörike und selbstverständlich auch hier Schiller und Wieland. Ebenso gut
bietet sich Schleswig-Holstein mit Storm und Hebbel und Heinrich und
Thomas Mann an.  In wirklich jedem Bundesland  finden sich Einrichtun-
gen, die Interessierte besuchen können.












Der Dachverband

1986 gründete sich die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften
und Gedenkstätten e. V. (ALG). Den Facettenreichtum der
unterschiedlichen in ganz Deutschland und über die Grenzen hinaus
verteilten literarischen Einrichtungen zu fördern, ist das Ziel des
Dachverbandes. Es gilt, die literarische Vielfalt im Land der Dichter und
Denker zu erhalten und ihr in einer durch neue Technologien veränderten
Lebenswelt weiterhin die nötige Anerkennung und Aufmerksamkeit zu
verschaffen. Dem Dachverband gehören (Stand 2018) 263 literarische
Gesellschaften, Literaturmuseen und literarische Gedenkstätten an. Die
ALG vertritt ihre Mitglieder in der Öffentlichkeit, fördert literarische
Projekte, die Zusammenarbeit und den Austausch literarischer
Einrichtungen. Der Dachverband berät bei der Gründung neuer
literarischer Vereine, er initiiert und unterstützt den Aufbau oder die
Neugestaltung von Literaturmuseen. Die Arbeitsgemeinschaft organisiert
Tagungen, die den  Vertretern von Museen und Gesellschaften die
Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch bieten, sie schafft für die
Gesellschaften eine Plattform, sich der Öffentlichkeit vorzustellen und
veranstaltet Fortbildungen nach Bedarf. Im Internet steht ein Forum für  
Diskussionen, Mitteilungen und Auskünfte zur Verfügung, außerdem
erscheint halbjährlich eine Zeitschrift, die über aktuelle  Aktivitäten der
literarischen Gesellschaften und Literaturmuseen informiert. Die ALG ist
Drehscheibe des Informationsaustausches und sie vermittelt Kontakte zu
allen Interessenten. Die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften
und Gedenkstätten ist Mitglied der Deutschen Literaturkonferenz,  die die
Sektion Literatur im Deutschen Kulturrat vertritt und gehört außerdem
dem International Committee for Literary Museums (ICLM) im
International Council Of Museums (ICOM), dem internationalen
Dachverband aller Museen an. Ein Zusammenschluss literarischer
Gesellschaften und Literaturmuseen in dieser Art ist in Europa einzigartig.
Die ALG ist eine von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien und dem Land Berlin geförderte Einrichtung.  


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