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Die Mori-Ôgai-Gedenkstätte ist eine Einrichtung der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie übernimmt auf dem Gebiet der Vermittlung zwischen japanischer und deutscher Kultur Aufgaben, die in spezifischer Weise an die Person und das Werk des Arztes und Wissenschaftlers, des Dichters und Übersetzers Mori Ôgai anschließen. Die Gedenkstätte dient der Information der deutschen Öffentlichkeit und japanischer Besucher über das Vermächtnis Mori Ôgais. Sie fördert die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Leben und Wirken Mori Ôgais und seinem Einfluss auf die kulturellen Leistungen Japans. Die Gedenkstätte zeigt eine Dauerausstellung zum Autor und veranstaltet u. a. wissenschaftliche Vorträge, Lesungen und Sonderausstellungen.

Kontakt:

Mori-Ôgai-Gedenkstätte
c/o Humboldt-Universität
Luisenstr. 39
D 10117 Berlin

Museumsname: Mori-Ôgai-Gedenkstätte
Leitung: Kuratorin: Beate Wonde
Vorsitzender: wiss. Leiter: Dr. Harald Salomon
Telefon: (030) 2 82 60 97
Fax: (030) 2 81 50 68
E-Mail: mori-ogai-info@rz.hu-berlin.de
Webseite: u.hu-berlin.de/ogai

Veranstaltungen des Mitgliedes

03.04.2018 - 22.06.2018 | Mori-Ôgai-Gedenkstätte Waking ocean, sleeping rock: Japan

Fotoausstellung von Katsuhito Nakazato
3. April bis 22. Juni 2018

Man muss schon genau hinschauen. Katsuhito Nakazatos Nachtaufnahmen der japanischen Felsenküste sind das Pendant zum grellen Licht draußen, zum flüchtigen Blick, der uns im medialen Alltag reflexartig bunte Informationen abspeichern lässt.
Diese Aufnahmen sind wie Erinnerungen an eine Zeit lange, lange vor uns. Sie brauchen ein Verweilen, einen langen Blick. Sie verlangen Kontemplation. Im ersten Moment mag der Betrachter nur Dunkelheit wahrnehmen. Je mehr sich aber die Linse fokussiert, umso mehr tauchen Konturen von schroffen Oberflächen aus dem Dunkel auf, wird es kraftvoll, vielschichtig, geheimnisvoll. Ein Spiel von Schatten und verhaltenen Farben. Die Ruhe der Nacht kontrastiert mit den Urgewalten der Natur: tosendem Meer, zerklüfteten Küstenfelsen. Urgesteine, als entdeckte man einen neuen Planeten. Es ist aber die Urlandschaft des unseren. Erleuchtet einzig vom fernen Licht des Universums.
Ähnlich ist es mit Mori Ôgais Texten. Auch sie erschließen sich nicht durch Überfliegen. Sie überhaupt erst aufzubereiten und in unsere Sprache und Kultur zu übertragen, ist Knochenarbeit in der Dunkelkammer des Übersetzers.
Das Spröde, zunächst Unnahbare, Ungewohnte der Aufnahmen von Nakazato tritt an diesem Ort in einen Dialog mit den Texten eines Autors der Vergangenheit, eines anderen Kulturkreises. Beide muss man mit offenem Blick erst für sich freilegen.

Zur Finissage am 21. Juni um 18 Uhr ist eine Künstlerführung geplant, bei der er über seine Arbeit sprechen wird, auch darüber, wie er nächtelang auf der Lauer lag und mit den Gesteinen, dem Meer und dem Himmel eins wurde.


Mori-Ôgai-Gedenkstätte
der Humboldt-Universität zu Berlin
Luisenstr. 39, 10117 Berlin-Mitte
Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. von 10 bis 14 Uhr
http://nakazato.info

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24.05.2018 - 24.05.2018 | Mori-Ôgai-Gedenkstätte Abgründiges: Haruki Murakamis innere Landschaften

Die Übersetzerin Ursula Gräfe und Beate Wonde im Gespräch
über das neue Werk des Bestsellerautors Haruki Murakami
Die Ermordung des Commendatore.

24. Mai 2018, 18 Uhr
Mori-Ôgai-Gedenkstätte
Luisenstr. 39, 1. Stock
https://u.hu-berlin.de/ogai


‚Die Ermordung des Commendatore“ mit seiner ausgedehnten, weitverzweigten und metaphernreichen Handlung gehört – und das nicht nur vom 1000seitigen Umfang her – zu Haruki Murakamis „großen“ Romanen. Historisch wird ein Bogen nach Wien zur Zeit des Nationalsozialismus gespannt, aber auch die japanische Geschichte der 1930er Jahre spielt eine Rolle. Wie häufig in Murakamis Romanen ragen Ereignisse aus der Vergangenheit in die Gegenwart und nehmen einen dramatischen Einfluss auf das Leben der Figuren. Wie immer fasziniert Haruki Murakamis aufregendes Spiel mit Inhalten aus verschiedenen Bereichen wie Religion, Mythologie und Oper, die er mit einer in der modernen Gegenwart angesiedelten spannenden Geschichte verwebt.

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14.06.2018 - 14.06.2018 | Mori-Ôgai-Gedenkstätte Erwin Toku Bälz (1889–1945) – Eine Biographie zwischen Japan und Deutschland

Seine Tätigkeit für die Deutsch-Japanische Gesellschaft im Berlin der 1920–30er Jahre und als „deutscher Filmbotschafter“ im Japan der frühen 1940er Jahre

Vortrag von Silvia Hofheinz, M.A.
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Termin: 14. Juni 2018,
Zeit: 18 Uhr
Ort: Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Luisenstr. 39, 10117 Berlin, 1. Stock


Erwin von Baelz (1849 – 1913) aus Bietigheim, seines Zeichens Mediziner und seit 1876 Professor an der Medizinischen Fakultät in Tokio, war ab 1890 Leibarzt des Tenno und wird bis heute als Mitbegründer der modernen Medizin in Japan gewürdigt. Dagegen steht sein Sohn Erwin Tokunosuke Bälz im Schatten seines berühmten Vaters: Sein Leben und sein Wirken werden allenfalls im Kontext verschiedener Forschungsbereiche kurz erwähnt, beispielsweise in der Erwin-von-Baelz-Forschung oder der Aufarbeitung der deutsch-japanischen Filmbeziehungen. Dabei trat Toku Bälz keinesfalls nur als Herausgeber der Tagebücher seines Vaters in Erscheinung, sondern arbeitete in den 1920er und 1930er Jahren eng mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zusammen, um japanische Kultur in Deutschland zu vermitteln. 1941 reiste er auf Einladung der japanischen Regierung nach Japan, um dort die deutsche Bearbeitung eines japanischen Propagandafilms vorzunehmen, der 1942 in Berlin zur Aufführung gelangte. Der Vortrag stellt Bälz‘ bewegtes Leben vor und schildert sowohl seine Kooperation mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft als auch seine Tätigkeit als „deutscher Filmbotschafter“ in Japan von 1941 bis 1945.

Silvia Hofheinz studierte Mittlere/Neuere Geschichte und Musikwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit 2010 promoviert sie am Historischen Seminar der Universität Heidelberg bei Frau Prof. Dr. Madeleine Herren-Oesch (Europainstitut Basel) über die Filmbeziehungen zwischen NS-Deutschland und Japan zwischen 1933 und 1945 und widmet sich insbesondere der Frage, ob das Medium Film zur Propagierung einer einheitlichen Politik der beiden Achsenmächte genutzt wurde. Neben ihrer Forschung ist Silvia Hofheinz seit 2011 im Deutschen Musikautomaten Museum in Bruchsal im Bereich Besucherbetreuung tätig.

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